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Lipizzanerzucht

 

Der Lipizzaner ist die älteste Kulturpferderasse Europas. Sein Ursprung geht auf das Jahr 1580 zurück. Im Lipizzanergestüt Piber ist das vierhundertjährige Wissen um die Aufzucht von Lipizzanern vorhanden, Pferde für die Leistungen zu züchten, die sie besonders durch die Spanische Hofreitschule weltberühmt gemacht haben.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesgestüt Piber und der Spanischen Hofreitschule in Wien basiert auf einem einzigartigen Kreislauf. Nur die besten Hengste aus Piber präsentieren die Lektionen der Hohen Schule in der Spanischen Hofreitschule und kehren dann als sogenannte „Beschäler“ für eine Decksaison nach Piber zurück. Nach Beendigung ihrer Karriere in der Hofreitschule genießen sie ihren wohlverdienten Ruhestand in Piber.

Doch das Herz der Lipizzanerzucht in Piber sind die Mutterstuten. Sie sichern den Nachwuchs für die Hofreitschule und ihnen gilt die besondere Aufmerksamkeit. Das Gestüt Piber ist weltweit das einzige,  in dem alle 15 klassischen Stutfamilien vertreten sind. Jährlich werden rund 30-40 Fohlen geboren.

Schon Mitte des 18. Jahrhunderts brachte das kaiserliche Hofgestüt herausragende Nachkommen hervor. Dies belegen die Originalzuchtbücher, die bis zum heutigen Tag noch händisch geführt werden. Zusätzlich sind alle Lipizzaner von Piber in einer elekronischen Datenbank registriert.

Während der gesamten Aufzucht stehen die jungen Pferde unter der fachkundigen Aufsicht ihrer Betreuer. Nach ca. 6 Monaten werden die Fohlen von ihrer Mutter getrennt. Die ein- dreijährigen Jungtiere verbringen die Sommermonate auf den Almen in 1500m Seehöhe. Die Stuten auf der Prentlalm und die Hengste auf der Stubalm. Diese Alpung ist ein besonders wichtiger Abschnitt in der Aufzucht der Lipizzaner. Durch die teils steilen und steinigigen Hänge der Almen erlangen sie die notwendige Trittsicherheit, Ausdauer und Abhärtung. Wenn mit 3 Jahren die Leistungsprüfung für die Stuten beginnt, werden die Tiere zunächst langsam an das neue Umfeld gewöhnt. Zaumzeug, Longe und Geschirr: dies alles wird dem Tier so näher gebracht, dass es zunächst einmal Vertrauen in die neuen Aufgaben gewinnt. Das körperliche Training an der Longe und später im Gespann soll die Fitness gezielt steigern. Erst im Alter von fünf Jahren beginnt die Ausbildung unter dem Sattel.

Heute ist das Gestüt ein moderner Zucht- Veranstaltungss- und Tourismusbetrieb.

Rassemerkmale des Lipizzaners

Der Lipizzaner ist ein barocker Pferdetyp. Sein gutmütiger Charakter und seine Intelligenz sind nahezu Grundvoraussetzung um die Hohe Schule zu erlernen. Charakteristisch für den Lipizzaner ist der ausdrucksvolle und edle Kopf mit dem oftmals geramsten Profil, den großen lebhaften und klugen Augen sowie kurzen, gut aufgesetzten Ohren.

Seine Bewegungen wirken durch seinen kompakten eleganten Körper graziös und werden durch einen federnden Gang mit viel Knieaktion besonders untermalen. Seit 400 Jahren wird der Lipizzaner daher als Fahr- und Reitpferd gezogen.

Ob als Hauptakteur der Spanischen Hofreitschule in Wien, als erstklassiges Kutschen- und Paradepferd oder einfach als treuer Freizeitbegleiter, der Lipizzaner besitzt alle Vorzüge, die ein Pferd haben muss.